stories stage
2. November 2017 Christiane Staab

Studieren mit Kind

Kinder zu bekommen, verändert so ziemlich alles im Leben der jungen Eltern. Plötzlich ist da jemand, der volle Aufmerksamkeit fordert, dessen Bedürfnisse gestillt werden müssen, der ultimativen Schutz und nie zuvor erlebte Liebe braucht. Und dessen Lächeln die Welt stillstehen lässt. Wirklich still steht die Welt rundum aber nicht. Job bleibt Job und Studium bleibt Studium. Wir haben einige junge Eltern, die an der FH Burgenland studieren, gefragt, wie sie die neue Lebenssituation mit dem Studieren vereinbaren können.

Angela B. startete als Mutter eines drei Monate alten Sohnes ins Masterstudium Business Process Engineering and Management. „Ich hatte ja vorher schon berufsbegleitend studiert und war davon überzeugt, dass ich mir das Studium mit Kind gut einteilen können werde.“ Dennoch war die erste Zeit sehr fordernd.

Nach einer schlaflosen Nacht zu lernen oder an Papers zu arbeiten, war schwer. Man muss sich immer wieder stark selbst motivieren.

Viel Unterstützung kam in dieser Zeit von ihrer Familie. „Mein Lebensgefährte und seine Familie haben mich sehr unterstützt und sich immer rührend um den Kleinen gekümmert. Durch das Sommerhaus im Burgenland, war es mir immer möglich zwischendurch zu meinem Zwerg zu fahren“, erzählt sie.

Ein tolles Team

Für Jungpapa Harald Laschober hat sich im Vergleich zu den letzten Studiensemestern viel verändert. Er studiert im Bachelorstudiengang Physiotherapie und wurde Anfang Juli Vater eines kleinen Buben. „Mein Sohn hat sich brav Zeit gelassen bis wir die letzten Prüfungen abgeschlossen haben.“ Die letzte Zeit vor der Geburt war nicht nur für ihn und seine Frau aufregend, erzählt er.

Mein ganzer Jahrgang hat voll mitgefiebert und alle haben sich sehr gefreut und mir gratuliert, als mein Sohn dann da war.

Studium, Lernen und Zeit für die Familie lassen sich für ihn gut kombinieren. „Wenn ich auf der FH bin, ist es quasi so, als ob ich wie früher beruflich außer Haus bin. Daheim während dem Lernen selbst sind nun gelegentlich mehr Unterbrechungen als beim Lernen ohne Kind erforderlich. Meine Frau unterstützt mich dahingehend sehr.“ Ich bin glücklich darüber, dass unser Sohn so unkompliziert ist, meine Frau und ich so ein eingespieltes Team sind und wir bereits einen so guten Tagesrhythmus mit unserem Junior haben. Nach dem Studium möchte er sich als Physiotherapeut selbständig machen.

Studieren und Prüfungen mit Babybauch

Wer bei den letzten Prüfungen nervöser war, ist schwer zu sagen. Studentin Silvia Gassner, die auf gute Noten hinarbeitete, oder ihre Lektoren, die sich so kurz vor dem Geburtstermin vor einer ungeplanten „Hausgeburt“ im Hörsaal fürchteten. 😉

„Meine Lektoren und Studienkollegen haben sich mehr Sorgen gemacht als ich“, schmunzelt sie. „Aber ich hatte Glück. Mir ist es bis zum Schluss sehr gut gegangen und ich konnte das Semester positiv abschließen“. Ins dritte Studiensemester ihres berufsbegleitenden Bachelorstudiengangs Information, Medien & Kommunikation ist sie regulär wieder eingestiegen. „Das geht gut, weil mein Mann samstags dann einfach mitkommen kann. Seine Familie lebt in Eisenstadt.“ In ihrem Blog postvonmum.at erzählt sie aus ihrem Leben. Den Eltern-Kind-Raum am Campus Eisenstadt nutzt sie regelmäßig.

Powerfrau mit Job, Studium und drei Kindern

Sehr viel Erfahrung zum Thema Studieren mit Kind bringt Julia Lichtenberger mit. Ihre Kinder sind sieben, fünf und zwei Jahre alt. Die Mama studiert im Masterstudiengang Internationale Wirtschaftsbeziehungen und absolvierte davor den gleichnamigen Bachelorstudiengang an der FH Burgenland. „Studieren wollte ich schon immer“, erzählt sie. Erst sammelte sie jedoch viel Berufserfahrung. Drei Jahre lang führte sie sogar selbst ein Gasthaus bevor sie beim ORF Burgenland im Aktuellen Dienst anfing. Dort arbeitet sie auch jetzt wieder – neben Studium und Kindern. Gelernt wird meistens nachts, wenn die Kinder schlafen. Bis Mitternacht oder länger. „Der Sonntag bleibt Familientag.“

Bisher sei alles super gelaufen, erzählt sie.

Nichts ist unschaffbar. Die letzten Jahre waren eine sehr schöne Zeit für mich. Anstrengend, aber sehr interessant.

Stolz ist sie darauf, dass ihre Kinder von Anfang an einen intensiven Bezug zum Thema Bildung erhalten.

 

„Wenn ich tagsüber lerne, macht meine große Tochter neben mir die Hausübung und die Kleinen verzieren meine Unterlagen. Als auch mein Mann sich für die Meisterprüfung vorbereitet hat, haben alle gemeinsam gelernt.“ Lebenslanges Lernen ist der Familie wichtig, das bekommen schon die Kleinen mit.

Ein Highlight im Studium waren für sie immer die Exkursionen. Nach Brüssel reiste sie ohne Kinder „eine tolle Erfahrung, wieder einmal etwas alleine zu unternehmen. Das Nach-Hause-Kommen war dann umso schöner.“ Zur Sommerhochschule nach Brno nahm sie ihre Tochter mit. „Uns beiden hat es sehr gut gefallen. Der Lektor und meine Kollegen waren sehr nett.“

Aber natürlich ist nicht alles immer einfach. „Einmal bin ich direkt aus dem Krankenhaus zur Prüfung gefahren. Mein Mittlerer hatte Pseudokrupp. Ich hatte die ganze Nacht im Spital mit ihm verbracht. Als mich mein Mann in der Früh ablöste, bin ich direkt an die FH gefahren.“ Wenn sich manchmal etwas doch nicht ganz ausgeht, reagiert man im Studiengang verständnisvoll. „Ich kann dann versäumte Unterrichtseinheiten kompensieren oder bei einer anderen Gruppe mitmachen. Das klappt sehr gut.“ Ein privates Netzwerk zu haben, sei aber enorm wichtig, so die Studentin. „Es sollen ja die Rahmenbedingungen für alle passen – vor allem für die Kinder.“

hochschuleundfamilie: viele Ideen umgesetzt

„Familienfreundlichkeit bedeutet für uns, eine ausgewogene Balance zwischen Beruf, Studium, Familie und Freizeit sowohl für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch für unsere Studierenden zu schaffen“, sagt Georg Pehm, Geschäftsführer der FH Burgenland. Daher unterzog sich die Fachhochschule Burgenland schon 2015 dem Audit hochschuleundfamilie des Bundesministeriums für Familien und Jugend und erhielt von Bundesministerin Sophie Karmasin das (Grund-)Zertifikat überreicht. Zu den Maßnahmen, von denen vor allem Studierende profitieren, zählen:

  • Berufsbegleitende Studienangebote am Wochenende
  • Vermittlung von (familiengerechten) Praktikumsplätzen
  • Einrichtung eines Eltern-Kind-Raumes an beiden Studienzentren
  • Kinderhochstühle in der Mensa
  • keine Studiengebühren

„Wir freuen uns, dass unsere Studierenden unser Angebot zum Lebensbegleitenden Lernen so gut annehmen“, so Pehm. An der Hochschule unterstützt man gern wo es geht. So wurden zu Semesterbeginn die Eltern-Kind-Räume an beiden Studienzentren mit Kühlschränken ausgestattet.

Tagged: , , , , , , , Zur Übersicht

Kontaktieren Sie uns!

AQ Austria akkreditiert Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft Land Burgenland Österreichische Fachhochschulkonferenz Wachsen mit Europa
Audit familienfreundliche Hochschule Eisenstadt Pinkafeld Wachsen mit Europa

FACHHOCHSCHUL-STUDIENZENTRUM
EISENSTADT

Campus 1
A-7000 Eisenstadt
Tel.: +43 (0)5 9010 609-0
Fax: +43 (0)5 9010 609-15
 

FACHHOCHSCHUL-STUDIENZENTRUM
PINKAFELD

Steinamangerstraße 21
A-7423 Pinkafeld
Tel.: +43 (0)3357 45370-0
Fax: +43 (0)3357 45370-1010

ÖFFNUNGSZEITEN ANFAHRT

Interessiert?

Melden Sie sich online für ein Bachelor- oder Masterstudium an. Wir freuen uns auf ein Kennenlernen.

Online Anmeldung

Haben Sie noch Fragen?

Gerne beraten wir Sie und helfen bei der Wahl zum passenden Studium.

Kontaktformular

Jeden 1. Samstag im Monat findet eine InfoLounge in Eisenstadt und Pinkafeld statt.