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13. Oktober 2017 Christiane Staab

Projektmanagement an der FH: learning by doing

Wer an der FH Burgenland studiert, der verbringt seine Zeit nicht nur im Hörsaal, sondern darf auch selbst anpacken. Learning by doing ist oftmals die Devise. Absolventin Verena Schäfer erzählt uns über ihre Erfahrungen im Projektmanagement. Sie studierte im Bachelorstudiengang Internationale Wirtschaftsbeziehungen.

Eine Studierendengruppe des Bachelorstudiengangs Internationale Wirtschaftsbeziehungen untersuchte im letzten Studienjahr, was Lehrende von betriebswirtschaftlichen Fächern brauchen, um bei ihren Studierenden zu punkten. Die Ergebnisse findet ihr ganz unten im Blogpost. Hier erzählt uns nun Projektleiterin Verena wie der Weg dorthin aussah:

Nachdem der organisatorische Teil abgeklärt war, ging es an die Vorstellung der Themen und die Verlosung der Namen.

Ja richtig, die Namen wurden verlost. Ein Umstand, der mich zu dieser Zeit etwas schwitzen liess, da ich nicht wusste, mit welchen Personen ich in eine Gruppe gesteckt werde.

In so einem Fall kommen bei mir immer Zweifel auf: Werden die anderen genauso motiviert sein wie ich? Ich hatte das Glück mit einer Kollegin im Team zu sein, mit der ich schon öfter zusammengearbeitet hatte. Die anderen beiden kannte ich nur flüchtig. Nach kurzer Zeit waren meine Sorgen jedoch wie weggeblasen, und mittlerweile kann ich auf eine tolle Zusammenarbeit zurückblicken.

Der nächste Schritt bestand daraus eine Menge Unterlagen zu lesen, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Unser Thema lautete: „Erfolgsfaktoren in der Lehre für Betriebswirtschaft-Studierende“.

Was das genau bedeutet? Nun ja, das wussten wir zu Beginn selber nicht genau.

Grundlage für das Projekt bildete die Erkenntnis, dass die Lehrer-Studierenden Interaktion ein entscheidender Faktor ist, um Studierende zu begeistern und ihre Lernerfahrung zu verbessern.

Leider gibt es nur wenige Studien, die diese Erfolgsfaktoren mit einem qualitativen Ansatz erforscht haben, und somit haben wir uns zum Ziel gesetzt, Erkenntnisse aus der Sicht von Studierenden zu den persönlichen Lernhighlights ihres Studiums zu sammeln.

Dazu führten wir leitfadengestützte Interviews durch.

Nachdem wir unser Ziel kannten, ging es schon an die Arbeit mit den Projektmanagement Tools. Eine Aufgabe, die mir besonders viel Freude bereitete. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich die verschiedenen Werkzeuge nur theoretisch kennengelernt bzw. nur in einer Lehrveranstaltung verwendet, in der wir an fiktiven Projekten gearbeitet haben.

Diesmal war es aber anders: Hinter dem Projekt stand eine echte Auftraggeberin, die auf tolle Ergebnisse hoffte.

Die Aufgabenverteilung in unserer Gruppe ist recht einfach zu erklären: Es gab keine.

Nur zu Beginn wurde ich als Teamleiterin bestimmt. Das heißt, ich habe hauptsächlich mit unserer Betreuerin kommuniziert und immer ein Auge darauf gehabt, dass alle am Projekt mitarbeiten, die Aufgaben gerecht verteilt werden, und dass sich alle im Team wohlfühlen. Der Rest wurde spontan eingeteilt, wobei wir aber immer auf die Stärken der einzelnen Mitglieder geachtet haben. Ich denke, dass wir es so geschafft haben, dass das Projekt abwechslungsreich und spannend blieb.

Nachdem Projektauftrag, Forschungsdesign, Gesprächsleitfaden und Co. fertig waren, stand die erste Präsentation vor der Auftraggeberin an. Ein Termin, an den ich mich jetzt noch sehr gut erinnere. Immerhin war es das erste persönliche Aufeinandertreffen und wir waren alle auf das Feedback gespannt. Im Nachhinein kann ich sagen, dass dieser Tag einer der wichtigsten während des Projekts war.

Die Auftraggeberin, Frau Dr. Hauptfeld-Göllner, gab uns noch viele Inputs und Tipps bevor es an die Interviewführung ging und unsere Studiengangsleiterin Frau Dr. Semmler-Matošić half uns dabei, einige Stellen umzuformulieren, da sie für Laien schwer verständlich waren.

Alles in allem war es also ein sehr gewinnbringendes Meeting, das uns bestens auf die Interviews vorbereitet hat.

Die Interviews wurden mit 14 Studierenden bzw. AbsolventInnen aus verschiedenen Bildungseinrichtungen durchgeführt.

Ein tolle Möglichkeit neue Kontakte zu knüpfen und Einsicht in den „Lernalltag“ anderer Institutionen zu bekommen. Die wohl spannendste Erfahrung war jedoch die darauffolgende Auswertung. Keiner von uns hatte bisher eine qualitative Auswertung gemacht, und somit stellte das die größte Herausforderung dar.

Als wir fertig waren hatten wir plötzlich handfeste Ergebnisse – die harte Arbeit hatte sich endlich ausgezahlt!

Die Ergebnisse wurden schlussendlich vor der Auftraggeberin präsentiert und es zeigte sich schließlich der rote Faden, der sich zwar stets durch das Projekt zog, aber uns nicht immer direkt bewusst war, vor allem zu Beginn. Frau Dr. Hauptfeld-Göllner wie auch unsere Projektbetreuerin, Mag. Claudia Kummer und Fr. Dr. Semmler-Matošić waren mit unseren Ergebnissen zufrieden und das Projekt konnte erfolgreich abgeschlossen werden.

Alles in allem eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte! Ich für meinen Teil kann auf eine spannende und vor allem sehr lehrreiche Zeit zurückblicken.

Ich habe mir viele neue Fähigkeiten angeeignet, die mir neben dem Studium auch in meiner beruflichen Laufbahn von Nutzen sein werden.

Vor allem die gute Zusammenarbeit innerhalb des Projektteams, aber auch mit unserer Projektbetreuerin, Studiengangsleiterin und Auftraggeberin haben mich begeistert. Ein Aspekt, den ich an der FH Burgenland besonders schätze.

Das Projektteam mit Auftragsgeberin Petra Hauptfeld-Göllner (Mitte).

Und hier die Ergebnisse der Projektarbeit

Ziel des Projekts war es, persönliche Lernhighlights von BW-Studierenden im Laufe ihres Studiums zu sammeln. Nachdem alle Projektmitglieder leitfadengestützte Interviews geführt hatten, wurden die Ergebnisse mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Dazu wurden verschiedene Kategorien gebildet, um die Inhalte entsprechend einzuordnen. Für jede dieser Kategorien wurde anschließend eine Ergebnisdarstellung vorgenommen. Zusammenfassend sind wir dabei auf folgende Ergebnisse gestoßen:

  • Lehrende, die viel Geduld und Humor aufbringen, haben eine große Chance, dass sie von den Studenten geschätzt werden und diese motivierter sind von ihnen zu lernen.
  • Studierende wissen es zu schätzen, wenn sie ihr Ausbilder selbstständig arbeiten lässt, aber dennoch mit Rat und Tat zur Seite steht.
  • Lehrveranstalter sollten den Zusammenhang der einzelnen Themen während der Vorlesung immer verbinden und erklären.
  • Das Anwenden der Theorie in der Praxis ist sehr wichtig für den Lernprozess der Studierenden.
  • Das Erhalten von Feedback ist für Studierende wichtig, da sie neue Sichtweisen geboten bekommen und sich neu orientieren können.
  • Ausflüge und auflockernde Lehrmittel, wie selbstgedrehte Videos, werden von Studierenden eher bevorzugt als traditionelle Lehrmittel.

„Für uns am Department Wirtschaft der FH Burgenland war dieses Projekt sehr wertvoll. Es lieferte uns wertvolle Ergebnisse im Rahmen der Einreichung eines internationalen Projekts, das über Erasmus Plus Strategische Partnerschaften gefördert wird. Wir beschäftigen uns im Project “Future-proof your classroom – teaching skills 2030” hier in den nächsten zweieinhalb Jahren mit innovativen Unterrichtsformen der Zukunft“, so Petra Hauptfeld-Göllner, die Auftraggeberin des Studierendenprojekts.

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