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15. Juli 2016 Christiane Staab

PhD Programm der FH Burgenland – grenzenlose Ausbildung mit einzigartigem Konzept

Seit zwei Jahren kooperiert die FH Burgenland mit drei Partneruniversitäten aus Ungarn, der Slowakei und Kroatien im International Joint Cross-Border PhD Programme und ermöglicht engagierten Studierenden ein einzigartiges und grenzüberschreitendes Studienerlebnis. Wir haben Studierende gefragt, was das PhD Studium an der FH Burgenland ausmacht.

Lange Zeit Privileg der Uni-Absolventen, ist das Doktorat (PhD) mittlerweile auch für FH-Abgänger möglich. Seit Herbst 2014 wird ein joint cross-border Doktoratsprogramm in englischer Sprache angeboten.

„Joint ist hier das Zauberwort“, erklärt Univ-Prof. Irena Zavrl, Hochschullehrerin und Initiatorin des Programmes.

„Es handelt sich um ein kooperatives, grenzüberschreitendes und internationales Doktoratsprogramm mit drei Partneruniversitäten. Das sind die Universität West Ungarn, Doctoral School István Széchenyi in Sopron, die Wirtschaftsuniversität, Fakultät für Internationale Beziehungen in Bratislava, Slowakei und die Universität Juraj Dobrila Pula, Fakultät für Wirtschaft und Tourism „Dr. Mijo Mirković”, Kroatien.

Das erste Studienjahr verbringen die Studierenden an der FH Burgenland in Eisenstadt. Danach werden sie je nach gewähltem Forschungsgebiet für das zweite Studienjahr an eine Partnerhochschule entsandt. „Entscheidet sich ein Student für die Themen Finanzen oder Internationale Beziehungen, so geht er nach Pula. Entscheidet er sich für Weltwirtschaft oder den Human Resource Bereich, so geht er nach Bratislava“, erklärt Irena Zavrl das Konzept.

Wir haben vier Studentinnen gefragt, woran Sie in Ihrem PhD Studium forschen und an welcher Partnerhochschule sie ihr ideales akademisches Umfeld gefunden haben.

Ivona Peternell, geboren 1978, lebt in Kroatien

Nach einem Wirtschaftsstudium an der Universität Zagreb folgte eine internationale Karriere bei Hewlett Packard. Nach der Geburt des ersten Kindes siedelte die junge Familie nach Pula, wo Ivona zwei Jahre lang eine Bank leitete. Danach lockte eine Anstellung an der Universität Pula – ein International Office sollte von der Picke her aufgebaut werden. Eine reizvolle Aufgabe für die aufgeschlossene junge Frau.

During this time I first got in contact with the University of Applied Sciences Burgenland – a very precious partner for international exchange.

Ivona

Sie erfuhr vom PhD Programm und war von Beginn an fasziniert.

When I was accepted, I was really happy. International relations are something very natural to me – I see this programme as a very important step in my personal development.

Die räumliche Schwierigkeit – im ersten Studienjahr ist eine Präsenz in Eisenstadt etwa einmal im Monat notwendig – möchte die zweifache Mutter nicht unter den Tisch kehren. Dennoch:

The travelling makes everything much more complicated, but in the end of the day THIS is the value of the programme.

“You get to meet students from different countries and universities – not all are economists – so you are exposed to additional perspectives. The professors come from different scientific fields. This and the high quality of the programme are truly exceptional.”

 

Die Dissertation beschreibt Ivona als den final step – „the exams in the first year take quite some time, also the scientific research papers we have to prepare are intense. I’m not yet 100 percent sure what my dissertation will be about. Lately I focused on the fields of economic diplomacy and international relations.”

Ivonas Mentor von der Universität Bratislava unterstützt sie in ihren Plänen.

Having a mentor from outside is definitely also an added value.

4.500 Stunden in drei Jahren – “very demanding as I also have a private consulting company with my husband.” Ohne seinen support, die Unterstützung und das Verständnis der Familie, wäre das alles nicht möglich, erzählt sie.



Klaudija Hasaj, geboren 1971, lebt im Burgenland

Die gebürtige Slowenin Klaudija Hasaj hatte in Laibach bereits ein Studium absolviert als sie auf das Angebot der FH Burgenland aufmerksam wurde.  Sie studierte Internationale Wirtschaftsbeziehungen auf Deutsch – zum damaligen Zeitpunkt eine große Herausforderung für sie – und spezialisierte sich auf den Fachbereich Logistik und Transport. Im Anschluss belegte sie das Masterstudium European Studies – Management of EU Projects.

Nach abgeschlossenem Masterstudium ist sie Konsulentin für intermodalen Verkehr und EU-Politiken, bei der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik tätig und betreut Masterarbeiten im Studiengang European Studies der FH Burgenland.

Klaudija Hasaj schreibt ihre Dissertation über EU Skeptizismus – besonders spannend nach den Ereignissen der letzten Wochen.

Nach dem Brexit ist und wird  jetzt vieles anders.

„Mit meiner Dissertation möchte ich beweisen, dass EU-Skeptizismus eng mit der Ausbildung zusammenhängt: nämlich,

je höher die Ausbildung, desto niedriger ist das Skeptizismuslevel.

Auch gäbe es zu wenige tertiär bzw. gut ausgebildete Ökonomen und Politiker in den EU-skeptischen Ländern und im Allgemeinen sei die Bevölkerung zu wenig  bzw. zu einseitig  informiert.

Klaudia Hasaj

Klaudija Hasaj nimmt demnächst an ihrer fünften wissenschaftlichen Konferenz teil – dies ist Anforderung des dreijährigen PhD Programms. Die Studierenden nehmen als Speaker an Konferenzen teil und publizieren in Journals.

Für einen dieser Artikel untersuchte sie 20 Länder Europas und deren wirtschaftliche Entwicklung in den letzten 20 Jahren.

Zu ihrem Thema tauscht sich Klaudija Hasaj gleich mit zwei Doktorvätern aus. Einen Mentor hat sie in an der Universität Zagreb, einen anderen in Pula – „Ein Inder, selbst sehr EU-kritisch – die Zusammenarbeit ist hoch spannend.“

Christmas

Von den Studierenden ist viel Selbstorganisation gefordert:

Man versteht das Konzept des Study programmes eigentlich erst step-by-step und on the road. Klare Ziele sind wichtig, dann geht es auch gut voran.



Doris Granabetter, geboren 1965, lebt im Burgenland

Doris Granabetter studierte Volkswirtschaftslehre, Soziologie und Erziehungswissenschaften und absolvierte berufsbegleitend das Masterstudium Internationales Weinmarketing an der FH Burgenland. Hauptberuflich ist sie nach Stationen in der Privatwirtschaft in der Marketingabteilung der Wirtschaftskammer tätig.

Im Rahmen ihrer Dissertaion beschäftigte sich Doris Granabetter mit Thema Export. „Welche Bedingungen sind nötig, damit der Export blüht.“ Für eine wissenschaftliche Arbeit analysierte sie speziell den Export burgenländischer Produkte. „Ich habe mich gefragt: wo ist das Burgenland überproportional vertreten? Überraschenderweise ist das im Flechtwerk, Schilfexport, Getreid und Ölfrüchten. Das war sehr spannend.“

Das Studium hat für mich vor allem auch Grenzen im Kopf abgebaut – ich habe ja viele internationale Kollegen und Kolleginnen. Ein weiterer internationaler Aspekt ist für mich auch mein Doktorvater, der aus Deutschland kommt und so meine Arbeit noch facettenreicher macht.

Granabetter_Weinmesse

Grenzen abgebaut haben die letzten Monate aber auch, was das wissenschaftliche Schreiben anbelangt und auch die Arbeitssprache Englisch – anfangs eine große Herausforderung für die Burgenländerin.

Bereits seit vier Jahren nutze ich jede Gelegenheit, um meine Sprachkenntnisse zu intensivieren. Ich höre Englisch im Auto, lese Fachliteratur etc. in Englisch.

„Durch die Bearbeitung der verschiedenen Paper, die im PhD-Studium notwendig sind, bin ich in die Thematik vollends eingetaucht.

Als meine Arbeit, die ich bei einer Konferenz in Madrid eingereicht habe, dann im Journal of EU Research in Business veröffentlicht wurde, habe ich gewusst, warum ich das alles auf mich nehme. Ich war sehr stolz auf das Geleistete.“

Lobende Worte findet die Studentin für die Studiengangsleitung und -organisation:

Irena Zavrl stärkt uns den Rücken. Ihr Credo: Jeder muss seinen Weg gehen und sein Tempo finden.

Zum Thema Grenzen: „Ich habe mich sehr gefreut, dass Sopron meine Partneruniversität ist. Es wäre mir natürlich jede lieb gewesen. Aber, ich komme aus St. Margarethen und Sopron liegt in Sichtweite.

Von der Grenze sind es 12 Kilometer zur Fachhochschule in Eisenstadt und genau so weit zur Universität in Sopron.

Mein Studium sehe ich auch als kleinen Beitrag zum Abbau der Grenzen in den Köpfen. Aus Gesprächen mit älteren Verwandten weiß ich, wie eng die Verflechtungen anno dazumal zwischen meinem Heimatort und Sopron waren. Heute freue ich mich, dass ich das für mich persönlich mit dem Studium wieder aufleben lassen kann und ich fühle mich auf der Uni in Sopron sehr wohl und gut betreut.“



Asetila Köstinger, geboren 1977, lebt in Fischamend und Ankara

Durch die großartige Organisation mit geblockten Präsenzzeiten ist es mir möglich, dieses einmalige Angebot zu nutzen.

Die Schwierigkeitskomponente Zeit wird bei der voll berufstätigen Mutter eines 7-Jährigen noch um eine räumliche Dimension erweitert. Der Lebensmittelpunkt der Familie bewegt sich zwischen Fischamend und Ankara.

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Asetila wurde 1977 in Albanien geboren, besuchte dort die Schule und studierte Volkswirtschaft. Wegen ihrer Familie kam sie 2006 nach Österreich. Kurz darauf studierte und absolvierte sie das Masterstudium in Internationaler Betriebswirtschafts an der Universität Wien.

Beruflich machte sich das Ehepaar mit Köstinger-Consulting selbständig.  Sie decken International Business, International Marketing, Export Management, Interkulturelle Kooperationen, EU Projekt Management sowie Coaching und Training an den Standorten Wien, Ankara, Tirana ab.

Zusätzlich ist Asetila als SME competitiveness Expertin und WKÖ akkreditierte Export Beraterin in den östlichen Partnerländern (die postsowjetischen Staaten Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, Ukraine und Weißrussland) tätig.

Was das PhD Programm der FH Burgenland betrifft, ist sie nach wie vor von dessen Einzigartigkeit begeistert.

Ich bewundere die Hands-on Mentalität unserer Lehrgangsleiterin Irena Zavrl sehr. Ein Konzept wie dieses findet man sonst nirgends.

Köstinger beschäftigt sich für ihre Dissertation mit den Themen Entrepreneurship und Education. Ihr Fokus liegt auf dem Thema Weiterbildung in Süd- und Osteuropa. Sie selbst unterrichtet an der Universität Ankara Projektmanagement und Entrepreneurship. Ehrenamtlich ist sie in zahlreiche Projekte für Studierende eingebunden, vermittelt dort motivation, financial education and empowerment.

Ab dem Wintersemester 2016 unterrichtet Asetila an der FH Burgenland EU Project Management mit Schwerpunkt: Logical Framework Approach.

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